Designer sind ständig auf der Suche nach Problemen. Dabei stellen sie fest, dass Probleme im Design immer doppelter Natur sind: alle Design Probleme zielen weder auf eine einzige gültige Lösung noch ist eine mögliche Lösung auch eine endgültige. Um die Verrücktheit dieser Erkenntnis ins rechte Licht zu rücken, führte der Designtheoretiker Horst Rittel vor Jahrzehnten den Begriff der Wicked Problems in den Planungs- und Gestaltungsdiskurs ein. Mit diesen verhexten Problemen haben wir es heute als Designer immer noch zu tun. Komplexe Probleme mit einer hohen Anzahl an vernetzten Faktoren bilden gegenüber logischen oder exakten Problem-Lösungskonfigurationen in den rationalen Wissenschaften die grundsätzliche Herausforderung im Design.

beware.

Tatjana van de Kletersteeg, Sina Saling

Bei B-Ware handelt es sich um Obst und Gemüse welches aufgrund der fehlerhaften EU Norm nicht in den Supermärkten verkauft werden darf. Das Video dokumentiert eine Umfrage zu besagtem Thema . Das Label beware (engl. für sich hüten) gibt dem thema eine Markenqualität. Eine interaktive Ausstellungssitua- tion macht auf das Problem aufmerksam. Letztere soll – begründet auf dem ästhetischen Bildgenre des Barock-Stillleben – dem Besucher die Möglichkeit geben den angeblichen Gegensatz von „hässlichem“ Obst und Gemüse zu einem schönen Bild zu arrangieren.

cups – coffee to stay

Natalie Diaubalick

cups ist ein Kaffeehaus der anderen Art. Wieso? Hier unterhalten sich die Gäste! Heutzutage knüpfen viele Menschen ihre Kontakte nur noch über soziale Netzwerke und chatten dort, anstatt richtig miteinander zu reden. cups bietet diesem Verhalten die Stirn! Durch die Gestaltung von Hilfsmitteln (u.a. modifizierte Möbelstücke, innovative Produkte, wöchentliche Veranstaltungen) schafft cups für die Gäste eine kommunikative Welt, die gänzlich ohne Internet auskommt. Diese verschiedenen Hilfsmittel sind so konzipiert, dass sie zur Interaktion der Gäste untereinander anregen und Spaß und Freude bieten. Die Menschen sollen wieder lernen, sich einander ins Gesicht zu schauen, wenn sie sich unterhalten.

fünf-minus-eins

Astrid Theis

Wann erfährt man schon Gedanken aus dem Leben eines blinden Menschen? Genau dies arrangiert die Kampagne fünf-minus-eins, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein größeres Bewusstsein für diese Gruppe zu schaffen. Auf den Straßen traut sich kaum ein Passant einem blinden Menschen zu helfen. Diese Berührungsängste können minimiert werden, indem mehr Verständnis für die Art und Weise wie Blinde und stark Sehgeschädigte ihr Leben meistern, geweckt wird. fünf-minus-eins möchte nicht nur Achtsamkeit schaffen, sondern entwickelt auch Hilfsprodukte für blinde Menschen.

INSNACKTS – Probier mal was Neues!

Marc Assenmacher

Der weltweit wachsende Fleischkonsum soll Studien zufolge bald an seine ökonomischen Grenzen stoßen. Forscher empfehlen den Umstieg auf den Verzehr von Insekten, da diese effizienter zu züchten und zu pflegen sind. Zudem vermehren sie sich schneller, besitzen wertvolle Mineralien und Vitamine und sind damit gesünder. Das Essen von Insekten ist in vielen Ländern alltäglich, stößt in der westlichen Welt jedoch auf eine kulturelle Barriere. Insnackts ist ein neues Produkt, das diese Barriere überwinden und unterbewusst Nachhaltigkeit thematisiert.

Meine Daten sind deine Daten

Calvin Finger, Daniel Feder

Das Ziel des Projektes ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem neu gegründeten Bundesministerium für Information und Kommunikation. Dieses Ministerium ist dafür zuständig, folgende Daten der deutschen Bevölkerung an die Vereinigten Staaten weiterzuleiten: Telefon-, Online-, Versicherungs-, Konto-, politische, religiöse, berufliche und polizeiliche Daten. Anlass für die Gründung des Ministeriums war die Androhung der USA Online-Dienstleistungen wie Google, Facebook, Skype, Wikipedia u.a. für die deutsche Bevölkerung zu sperren. Die Ergebnisse der Auseinandersetzung werden in einem Video kritisch reflektiert.

Plastik Planet

Marina von Wahlberg

Das Projekt Plastik Planet zeigt, dass in Bezug auf das weltweite Plastikmüllproblem jeder von uns seinen Beitrag leisten kann. Mit einem Selbstversuch wird der grundsätzlich anfallende Müll von einem Monat, dem von einem Monat Müllvermeidung gegenüber gestellt. Den genauen Vergleich kann man anhand von zwei Müllsäulen und zwei dazugehörigen Plakaten sehen. Die dritte Säule soll jeden Besucher dazu animieren durch seinen mitgebrachten Müll ebenfalls ein Teil der Ausstellung zu werden.

UNISHEL - we love animals

Estell Chantal Groß

Bei UNISHEL handelt es sich um eine moderne Marke für eine Organisation mit dem Ziel durch Werbe- und Imagekampagnen das Ansehen von Tierheimen zu verbessern und die allgemeine Aufmerksamkeit auf diese zu richten. Die Organisation will einen positiven Blick auf ein in der Öffentlichkeit problematisch konnotiertes Thema werfen. Ein sympathisches und prägnantes Corporate Design, welches unverwechselbar mit Tierheimen in Verbindung gebracht wird, soll Offenheit und positive Werte vermitteln. In der Ausstellung kann man sich mit der Organisation bekannt machen und ihre Struktur und Leitideen kennen lernen.

Impressum

Die Ausstellung »sinn.voll. – Probleme, die die Welt nicht braucht« ist ein Projekt des Studiengangs Medien- und Kommunikationsdesign der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Campus Köln. Die ausstellenden Studierenden des 5. Semesters Mediendesign wurden betreut von Lenny Grade (Motion Design), Prof. Ute Hilgers-Yilmaz (Interaction Design), Andreas Korn (Mediadesign), Holger Nils Pohl (Exhibition Design), Ildiko Schilling (Service Design) und Achim Urbanke (Visual Design). Im Rahmen der Ausstellung werden weitere Projekte von Studierenden der MHMK präsentiert. Wir danken Michael Horbach und der ROLAND Assistance, Köln




Prof. Dr. Ralf Spiller / Prof. Dr. Christof Breidenich
Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Campus Köln
Richmodstraße 10
50667 Köln
tel 0221.310 82-0
fax 0221.310 82-11
info.koeln at macromedia.de


Websystematik: https://github.com/razorfish/Parallax-JS

Presse

Der WDR berichtet über die Ausstellung

Hier finden Sie den Artikel auf der MHMK Blog Seite über die Ausstellung